CDI Versuchsaufbau

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CDI Versuchsaufbau

Beitrag von berobocde » 11.09.2017 17:21

Seit 2-3 Wochen beschäftige ich mich bereits intensiv damit, den Einstieg in die Motorradelektik zu schaffen -- konkret 12 V. Habe mir da einen neuen 107 ccm Lifan-Motor für € 289.- gekauft, bei dem Preis konnte ich einfach nicht widerstehen.

Das Ding steht bei mit auf der Werkbank in einem Motorenständer -- siehe Bild 1. Mit einem Einbau in eine der Daxen habe ich es nicht eilig -- lieber möchte ich endlich etwas über Motorradelektrik lernen und dazu den Anfang machen.

Ausgangspunkt sind also die in Bild 2 gezeigten Komponenten -- ein Impulsgeber (es ist nicht der aus dem Motor sondern von einem Chinaroller -- macht nichts), sowie für den Lifanmotor passende CDI mit 5 Anschlüssen, Regler bzw. Gleichrichter und Zündspule mit Zündkabel.

Alles im Forum auffindbare habe ich gründlich studiert -- Schaltpläne, etc -- vor allem auch die herrlichen Beschreibungen von Klaus (elektrolurch) zum Anschließen des Motors -- vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben dieses geballte Wissen zu sammeln und zur Verfügung zu stellen. :cheers: Ich denke, den Motor einbauen und anschliessen, das würde ich hinkriegen, mit den im Forum schon vorhandenen Dokumentationen.

Mein Beitrag hier -- eigentlich meine Frage -- zielt auf was anderes ab. Ich würde gerne mit den 4 Komponenten, die in Bild 2 gezeigt sind, einen einzelnen Zündfünken erzeugen und zwar ohne Anschluß an den Motor und ohne Kabelbaum -- einfach nur mit ein paar Kabeln zu verbinden. Es gibt da auch schöne Videos dazu in YouTube, allerdings mit einer anderen CDI bei der ein Anschluss direkt an den Pluspol der Batterie erfolgt, z.B. das hier.

In Bild 3 habe ich mal einen Schaltplan gezeichnet -- es ist mein erster Versuch mit einer Software überhaupt. :D

Ich weiss wie ich den Spannungsimpuls, der eigentlich vom Impulsgeber kommen würde, simulieren kann -- da würde ich einfach einen Impuls mit einer 1,5 V Batterie geben wie im o.e. Video bei 12:32 Minuten. Ich weiß auch, dass ich den Anschluss zum Killschalter einfach weglassen kann. Wo Masse und Zündspule angeschlossen werden ist auch offensichtlich.

Was ich nicht weiss, ist wie ich den Wechselstrom, der bei angeschlossener Lima von der Erregerspule kommt und durch das rot-schwarze Kabel der CDI zugeführt wird, simulieren (!) kann -- wie gesagt, ich möchte keine Lima anschliessen, und letztendlich nur einen einzelnen Zündfunken an der Kerze erzeugen.

Gibt es da einen Weg, der weiterführt?

Gruß, Bernd
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Re: CDI Versuchsaufbau

Beitrag von elektrolurch » 12.09.2017 20:38

Hallo Bernd
berobocde hat geschrieben:..
Was ich nicht weiss, ist wie ich den Wechselstrom, der bei angeschlossener Lima von der Erregerspule kommt und durch das rot-schwarze Kabel der CDI zugeführt wird, simulieren (!) kann -- wie gesagt, ich möchte keine Lima anschliessen, und letztendlich nur einen einzelnen Zündfunken an der Kerze erzeugen.

Gibt es da einen Weg, der weiterführt?....
Schließ die CDI an einer Steckdose an :D










Nein! Machs natürlich nicht!
Die Spannungen von Erregerspule und Stromnetz sind zwar tatsächlich fast identisch, die Erregerspule ist aber nicht in der Lage einen Strom über 10mA zu liefern, die Steckdose macht normal bei 10 Ampere noch nicht schlapp und das ist gefährlich!
Viel Sinn mach so ein statischer Betrieb eh nicht. Einen durchschlagenden Kondensator oder einen geschossenen Thyristor kann man so zwar erkennen, das geht aber auch mit einem "Referenzfahrzeug".
Im Prinzip ist's auch egal, was den Totalausfall bewirkt. Reparieren kannst weder Kondensator noch Thyristor
Wenn sie nur "spinnt" hilft diese Versuchsanordnung auch nicht weiter. Da hilft nur ein Prüfstand, weil sonst Amplitude und Impuls nicht zusammenpassen..

Gruß


Klaus
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Re: CDI Versuchsaufbau

Beitrag von berobocde » 13.09.2017 05:26

Vielen Dank, Klaus -- habe wieder ne Menge dazu gelernt. :lol:

Gruß, Bernd

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Re: CDI Versuchsaufbau

Beitrag von berobocde » 30.09.2017 11:11

Habe noch eine Frage zu CDI, die vielleicht blöd ist: :lol:

Speist die CDI die Zündspule mit Wechselstrom oder mit Gleichstrom?

Gruß, Bernd

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Re: CDI Versuchsaufbau

Beitrag von nielspbr » 30.09.2017 12:27

Ein puls. (entladung)

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Re: CDI Versuchsaufbau

Beitrag von berobocde » 30.09.2017 16:59

Danke Niels -- Du hast recht, es muss ein Puls sein. Also ein Gleichstrom-Puls -- also ein Puls immer in die gleiche (positive) Richtung, anders macht es ja sonst keinen Sinn!?

Gruß, Bernd

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Re: CDI Versuchsaufbau

Beitrag von elektrolurch » 30.09.2017 19:13

So, mal kurz in drei Bildern erklärt:
(Sorry für die handgezeichneten Skizzen)
So schaut der vereinfachte Schaltplan einer Condensator Discharge Iignition -oder auf Deutsch Hochspannungs Kondensator Zündung- aus.
Das Ding besteht im Prinzip aus einem Kondensator, zwei Dioden und einem Thyristor als Steuerelement. Ein Thyristor ist im Prinzip nichts anderes als eine Diode, die man "einschalten" kann. Die beiden Dioden sind jeweils an den "heißen" Enden der Erregerspule und des Pickup's angeschlossen. Ihre anderen Enden hängen an Masse.
CDI1.jpg
Nun drehen wir mal das Polrad. Wir starten kurz nach dem die Warze den Pickup passiert hat. Die Diode lässt nun die positive Halbwelle Richtung Kondensator. Da der Thyristor noch gesperrt ist, läd sich dieser auf. Drehen wir weiter, polt sich die Erregerspule um und die Diode sperrt wieder. Da auch der Thyristor immer noch sperrt, bleibt der Kondensator geladen. Je nach dem wie viele Polpaare das Polrad hat, wiederholt sich dieser Vorgang bis der Kondensator dann bis auf 300 - 400V aufgeladen ist.
CDI2b.jpg
Jetzt kommt die Warze am Pickup vorbei. Dort wird ein Spannungsimpuls erzeugt, der über die Diode 2 zum Gate des Thyristors geleitet wird. Der Thyristor wird leitend und der Kondensator entlädt sich über die Zündspule. Ein Zündfunke entsteht.
CDI3.jpg
Gruß

Klaus
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Re: CDI Versuchsaufbau

Beitrag von berobocde » 30.09.2017 19:20

Oh, danke, Klaus -- das ist toll. :cheers: :cheers:

Das drucke ich mir aus und arbeite es gründlich durch!

Vielen Dank noch mal. :lol:

Gruß, Bernd

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Re: CDI Versuchsaufbau

Beitrag von Benni » 30.09.2017 20:53

Ich werd das wohl nie verstehen :scratch: mit der Elektr(oni)k, Der Lurch ist wahrscheinlich ein Shapeshifter, nur Aliens haben sowas im Blut.

Was ich am wenigsten verstehe : fehlt da nicht eine Leitung vom Kondensator zur Zündspule ?
Über welche Verbindung entlädt sich der Kondensator über die Zündspule ?
Ich sehe da nur die Masse-Verbindung.

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Re: CDI Versuchsaufbau

Beitrag von nielspbr » 30.09.2017 21:07

Die thyristor entladet die condensator nach der primärseite des zündspules. Ein überbrückung der condensator.
Siehe die thryristor als relais gesteuert durch D2.

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Re: CDI Versuchsaufbau

Beitrag von andidussel » 01.10.2017 00:19

Respekt Herr Elektrolurch! :k11:
Super einfache ,klasse Erklärung!
(genau so habe ich es inzwischen aus den Büchern zu verstehen geglaubt :roll: :roll: )
Warum kann ich aber dann an den Jincheng und Minareli Nachbaurollern vom CDI Ausgang zur Zündspule mittels Multimeter einen Wechslstromimpuls messen Ca 5 bis 20 Volt AC!?
Messfehler oder zeigt das Messgerät den Impuls als AC an?
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Re: CDI Versuchsaufbau

Beitrag von elektrolurch » 04.10.2017 11:12

Benni hat geschrieben:...
Was ich am wenigsten verstehe : fehlt da nicht eine Leitung vom Kondensator zur Zündspule ?
Über welche Verbindung entlädt sich der Kondensator über die Zündspule ?
Ich sehe da nur die Masse-Verbindung.
Auf meinem Bild fehlt das angedeutete Gehäuse
Die Zündspule besteht ja aus zwei Wicklungen, einer Primär- (kleinen) und Sekundär(großen) Wicklung. Nur die Primärwicklung liegt im Kondensatorkreis, die Sekundärwicklung sorgt übers Trafoprinzip für die Hochspannung an der Zündkerze.

Gruß

Klaus

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